Die Chaconne


war ein spanischer Volkstanz in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Sie hat eine kurze Tanzmelodie im Dreiertakt, deren häufige Wiederholungen gerne variiert wurden. Von Zeitgenossen wurde er als ausgelassen bezeichnet; er wurde jedoch mehr und mehr feierlich und gravitätisch.
Im 17. Jahrhundert erschien die Chaconne in Frankreich als Gesellschaftstanz und in der französischen Oper als Ballet-Chaconne. In Italien erschien sie als Solostück für Gitarre oder Cembalo (Frescobaldi) und in Deutschland als Teil der Klavier- oder Orcherstersuite. Sie tritt bei Dietrich Buxtehude (1637-1707) und Johann Pachelbel (1653-1706) als eine häufige Form der Orgelmusik auf.
Ein Merkmal der Chaconne ist das ruhige Tempo, der 3/4 Takt und die öftere Bewegungsart der Sarabande:

Das eigentliche Thema liegt in der Basslinie der Akkorde. Es gibt zwei Typen zu unterscheiden:
a) Bewegung in Quarten oder Quinten
b) Bewegung in Sekunden

 

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Ein Gedanke zu “Die Chaconne

  • Klaus Peter Kraa

    Die Chaconne ist letzter Satz der Partita für Violine Solo, die J.S.Bach unmittelbar nach dem plötzlichen und unerwarteten Tod seiner Frau Barbara schrieb und die weitere Komponisten wie Robert Schumann, Johannes Brahms und ganz besonders Ferruccio Busoni zu bedeutenden Klavierfassungen anregten. Brahms meinte erstaunt: “Auf ein System für ein kleines Instrument schreibt der Mann eine ganze Welt von tiefsten Gedanken und Erinnerungen”. Der Geiger und Dirigent Christoph Poppen ist überzeugt, daß die Chaconne eine Trauermusik zum plötzlichen Tode seiner Frau war, nur warum Bach als Rythmus den französisch-baskischen Gesellschaftstanz Chaconne wählte, teilt er uns nicht mit. Das Geheimnis nahm wohl Bach mit ins Grab und es liegt heute in der Thomaskirche begraben.