
Wer an den ultimativen, dramatischen Höhepunkt eines klassischen Musikstücks oder den treibenden Rhythmus (Affiliate-Link)¹ eines Rocksongs denkt, hat meist sofort den explosiven, metallischen Klang eines Beckens im Ohr. Das Becken (Affiliate-Link)¹ gehört zur Gruppe der sogenannten Idiophone (Selbstklinger) und nimmt innerhalb der Schlaginstrumente eine absolute Sonderstellung ein. Es liefert keine festen Tonhöhen, sondern ein ungemein dichtes, breites Frequenzspektrum, das von einem tiefen, dunklen Rauschen bis hin zu einem extrem hellen, silbrigen Zischen reicht. Kein anderes Instrument im Orchester oder an der Band-Perkussion besitzt eine so explosive Energie und die Fähigkeit, selbst die lautesten Schallwellen aller anderen Instrumente mit einem einzigen Schlag zu durchschneiden.
Das physikalische und handwerkliche Geheimnis eines erstklassigen Beckens liegt in seiner Legierung und Bearbeitung. Professionelle Becken (Affiliate-Link)¹ werden traditionell aus einer speziellen Bronze-Mischung gegossen – meist der berühmten B20-Bronze, die zu 80 Prozent aus Kupfer und zu 20 Prozent aus Zinn besteht. Die gegossene Metallscheibe wird in Form gepresst, im Zentrum mit einer Wölbung (der sogenannten Kuppe oder Glocke) versehen und anschließend in aufwendiger Handarbeit gehämmert und abgedreht. Jede einzelne Hammerführung verdichtet das Metall auf einzigartige Weise und bestimmt maßgeblich, ob das Becken später dunkel und trashig oder hell und brillant klingt. Die feinen Rillen auf der Oberfläche sorgen dafür, dass sich die Schallwellen gleichmäßig ausbreiten und das Becken nach dem Anschlag wunderschön lang und kontrolliert ausschwingen kann.
Von den Janitscharen der Türkei zum Herzschlag des modernen Jazz
Die Geschichte des modernen Beckens ist untrennbar mit dem Osmanischen Reich und der Türkei des 17. und 18. Jahrhunderts verbunden. Dort wurden die Becken (Affiliate-Link)¹ in der legendären Militärmusik der Janitscharen eingesetzt. Europäische Komponisten waren von der rhythmischen Wucht so fasziniert, dass sie das Instrument schnell in die klassischen Orchester integrierten. Im Jahr 1623 gründete der Alchemist Avedis in Konstantinopel ein Geheimverfahren zur Metallbearbeitung, aus dem die bis heute weltberühmte Marke Zildjian hervorging – ein Name, der übersetzt schlicht „Sohn des Beckenmachers“ bedeutet und die Geschichte dieses Instruments wie kein zweiter prägt.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts erlebte das Becken (Affiliate-Link)¹ mit der Erfindung des modernen Schlagzeugs (Drumsets) eine radikale Evolution. Neben den klassischen Orchester-Becken, die paarweise mit Lederschlaufen in den Händen gehalten und aneinandergeschlagen werden, entwickelten sich feste Halterungen für Einzelbecken. Am Schlagzeug übernimmt heute jedes Modell eine ganz eigene Aufgabe: Das Ride-Becken liefert den konstanten, perkussiven Impuls, das Crash-Becken setzt explosive Akzente am Ende eines Taktes, und die Hi-Hat – zwei horizontal aufeinanderliegende Becken, die per Fußpedal gesteuert werden – bildet zusammen mit der Bass-Drum das unerschütterliche, rhythmische Fundament moderner Pop-, Rock- und Jazzmusik. Heute ist das vielseitige Metall-Instrument aus keinem Musikgenre der Welt mehr wegzudenken.
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