Natürlich schrumpft die Musikwelt nicht an den Grenzen der Oktave. Intervalle, die den Rahmen einer reinen Oktave (r8) überschreiten, nennen wir in der Musiktheorie zusammengesetzte Intervalle (oder schlicht Intervalle über der Oktave).

Wie bestimmt man Nonen, Dezimen & Co.?
Am leichtesten ist es, diese großen Intervalle gedanklich von der Oktave aus zu bestimmen – man schaut sich also an, um wie viele Tonschritte sie über der Oktave liegen:
- Oktave + kleine Sekunde = kleine None (k9)
- Oktave + große Sekunde = große None (g9)
- Oktave + kleine Terz = kleine Dezime (k10)
- Oktave + große Terz = große Dezime (g10)
- Oktave + reine Quarte = reine Undezime (r11)
- Oktave + reine Quinte = reine Duodezime (r12)
Der praktische Unterschied: Intervall vs. Akkord-Voicing
Rein rechnerisch entspricht eine None (z. B. von c bis zum d′ darüber) exakt einer Sekunde, die einfach eine Oktave höher geschoben wurde.
In der Harmonielehre und Akkordschichtung macht man da aber einen feinen Unterschied:
- Eine Sekunde (z. B. c und d) klingt im Akkord (Affiliate-Link)¹ extrem reibend, eng und dissonant (Cluster-Effekt).
- Eine None (z. B. c und d′) wird durch den großen Oktavabstand ganz anders wahrgenommen – sie klingt viel offener, schwebender und weiter. Deshalb taucht sie in Akkorden (wie dem berühmten Cmaj9) extrem gerne als „Farbton“ auf, während eine Sekunde dort oft fehl am Platz wäre.
Auch diese zusammengesetzten Intervalle lassen sich selbstverständlich genau wie die kleinen Intervalle übermäßig oder vermindern (z. B. eine übermäßige None).
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Trainiere das korrekte Notieren und Lesen von Intervallen – von der Sekunde bis zur Oktave.



