Taktarten, die Zahlen nach dem Notenschlüssel

Ein Musikstück wird immer in mehrere Takte aufgeteilt. Damit man nun weiß, wie viele Noten in einen Takt geschrieben werden dürfen, steht nach dem Notenschlüssel die Taktart – manchmal auch die Vorzeichen aber dazu später. Sie wird mit zwei Zahlen oder einem ´C´ dargestellt. Die obere Zahl gibt an, wie oft der Notenwert, der mit der unteren Zahl dargestellt wird, in einem Takt vorkommen darf.

Beispiel: Steht oben und unten eine ´4´, so handelt es sich um einen vier-Viertel Takt. Also vier Viertel in einem Takt.
Das ganze liest man wie einen Bruch in der Mathematik: oben steht der Zähler und unten der Nenner.
Wir beschäftigen uns hier nur mit Achtel, Viertel und Halben in einer Taktart. Natürlich sind andere Notenwerte rein theoretisch auch möglich (Sechzehntel, Ganze etc.), aber nicht sehr Praxis orientiert.

Warum ist es überhaupt wichtig zu wissen, wie viele Noten in einem Takt sein dürfen, ich habe doch das Musikstück vor mir liegen und spiele es einfach von links nach rechts runter?
Ja, das könnte man sich jetzt einfach so denken, nur dann würde das Musikstück recht langweilig klingen. Wenn du nämlich weißt, wie die Taktarten aufgebaut sind, weißt du auch welche Töne in einem Takt betont werden sollen. Stell dir vor, du redest und würdest dabei immer nur monoton sprechen, ohne Betonung und „gerade raus“. Nach spätestens zwei Sätzen hört dir keiner mehr zu. Betonst du jedoch deine Wörter geschickt, wie ein Märchenerzähler, so können dir die Menschen stundenlang zuhören. Genauso ist es auch in der Musik!

Die einfache gerade Taktart: 2er-Takt

In dieser Taktart wird, in der Regel, es gibt Ausnahmen wie z.B. Synkopen, immer der erste Ton betont.

Die einfache ungerade Taktart: 3er-Takt

Auch in dieser Taktart wird immer der erste Ton betont (Ausnahmen gibt es aber auch hier). In schnellen Stücken wird hierbei häufig nicht in Achtel oder Viertel dirigiert, sondern in drei Achtel/Viertel pro Schlag (alla breve).

Die weiteren folgenden Taktarten sind Kombinationen aus den oberen, deshalb spricht man auch von ´zusammengesetzten Taktarten´:

4er-Takt (gerade Taktart)

Diese Taktart besteht aus zwei 2er-Takten, weshalb die Betonung auch auf dem 1. und 3. Ton liegt.

6er-Takt (ungerade Taktart)

Diese Taktart besteht aus zwei 3er-Takten, weshalb die Betonung auf dem 1. und 4. Ton liegt. Oft wird dieser Takt nicht in Achtel, sondern in drei Achtel pro Schlag dirigiert.

andere (ungerade) Taktarten

Bei ungeraden Taktarten besteht der Takt aus 3er- und 2er-Takten. Somit kann die Betonung variieren. Der 7er-Takt zeigt uns etwas Besonderes: Man könnte ihn auch aus zwei 2er-Takten und einem 3er-Takt zusammensetzen. Damit variieren seine Betonungen gewaltig. Zu beachten ist, dass er, wie oben abgebildet, auch aus einem 4er- und einem 3er-Takt bestehen kann. Dann wird im 4er-Takt allerdings nur der erste Ton betont (sonst wäre es ja wieder 2+2+3 und nicht 4+3, was die Zusammensetzung angeht). Beim Zusammensetzten wird also immer nur der erste Ton eines Taktteils betont. So kann ein 8/4-Takt aus vier 2er-Takten bestehen und so wird jeder zweite Ton betont, aber er kann auch einfach nur aus zwei 4er-Takten zusammengesetzt sein, womit nur der erste und fünfte Ton betont wird:

Das sind die am häufigsten vorkommenden Taktarten. Theoretisch kann man aber noch viele weitere bilden. So gibt es auch 9/8-Takte, bestehend aus drei 3er Takten (Betonung auf dem 1., 4. und 7. Ton).

Eine besondere Schreibweise hat der 2/2-Takt und der 4/4-Takt:

Oft kann man eine Taktart, rein theoretisch und ohne die Betonungen zu betrachten, auch ganz anderes, oder sogar einfacher schreiben. Ein 2/2-Takt ist das Gleiche wie ein 4/4-Takt. Nur wird ein 2/2-Takt in Halben dirigiert und ein 4/4-Takt in Vierteln. Beim Üben kann einem das allerdings egal sein und man kann genauso gut in einem 2/2-Takt auch Viertel als Grundschlag zählen, um das Tempo zu verlangsamen.

Synkopen

Manchmal gelten diese oben genannten Betonungen nicht, das tritt dann auf, wenn man beispielsweise in einem 4/4-Takt als ersten Ton eine Achtel hat und dann eine Viertel. Nun wird nicht die Achtel betont sondern die Viertel danach:

Das selbe funktioniert natürlich auch in anderen Taktarten. In einem 2/2-Takt z.B. mit einer Viertel als ersten Ton. Die Betonung erklärt sich ziemlich schnell, wenn man ein solches Synkopenbeispiel einmal spielt. Man merkt schnell, dass man im obigen Beispiel die Achtel nur schwer betonen kann, bzw. es würde musikalisch keinen Sinn machen. Die Viertel betont sich quasi durch ihren längeren Wert selber.

Eine Synkope verschiebt die natürliche Taktbetonung auf einen sonst unbetonten Taktteil (Merksatz für den D2-Lehrgang)

Lerne im nächsten Kapitel den Grundschlag und die Notenwerte kennen!

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