Eine Mediante bezeichnet in der Harmonielehre einen Akkord (Affiliate-Link)¹, dessen Grundton im Abstand einer Terz (große oder kleine Terz, aufwärts oder abwärts) zum Ausgangsakkord steht. Man spricht deshalb auch von Terzverwandtschaft.
Medianten sind das Geheimnis hinter wunderschönen, überraschenden Harmoniewechseln. Sie teilen meist gemeinsame Töne (Affiliate-Link)¹ mit dem Ausgangsakkord, führen das Gehör aber in eine völlig neue emotionale Klangwelt.


Das Grundprinzip: Groß- und Kleinterzverwandtschaft
Vom Grundton eines Dreiklangs (z. B. C-Dur) gibt es in Terz-Richtung genau vier Nachbarn:
- Große Terz abwärts (4 Halbtonschritte): nach A♭
- Große Terz aufwärts (4 Halbtonschritte): nach E
- Kleine Terz abwärts (3 Halbtonschritte): nach A
- Kleine Terz aufwärts (3 Halbtonschritte): nach E♭
Hierbei unterscheidet man zwei grundlegende Welten: Leitereigene Medianten (brave Verwandte) und chromatische Medianten (der epische Film-Sound).
1. Leitereigene Medianten (ohne neue Vorzeichen)
Wenn die Mediante nur aus den Tönen (Affiliate-Link)¹ der bestehenden Tonleiter (Affiliate-Link)¹ gebildet wird, wechselt das Tongeschlecht (aus Dur wird Moll bzw. umgekehrt). Diese Akkorde (Affiliate-Link)¹ teilen sich jeweils zwei Töne (Affiliate-Link)¹ mit dem Ausgangsakkord:
Die Parallele (Kleine Terz abwärts bei Dur)
- Beispiel in C-Dur: Geht man eine kleine Terz abwärts (C→A), landet man auf A-Moll (
A – C – E). - Gemeinsame Töne (Affiliate-Link)¹: C und E.
- Klang: Sehr vertraut, weich und harmonisch. Jeder kennt die Tonart A-Moll als parallele Moll-Tonart zu C-Dur.
Der Gegenklang (Große Terz aufwärts bei Dur)
- Beispiel in C-Dur: Geht man eine große Terz aufwärts (C→E), landet man auf E-Moll (
E – G – B / H). - Gemeinsame Töne (Affiliate-Link)¹: E und G.
- Klang: Melancholisch, nachdenklich, oft als Ersatz für den C-Dur-Akkord (Affiliate-Link)¹ genutzt.
2. Chromatische Medianten (Der Hollywood-Sound)
Besonders aufregend wird es, wenn wir die vertraute Tonleiter (Affiliate-Link)¹ verlassen und Dur mit Dur oder Moll mit Moll verbinden. Das nennt man chromatische Medianten.
Sie teilen sich meist nur einen einzigen Ton (Affiliate-Link)¹ (den sogenannten Liegeton), während sich die anderen Stimmen chromatisch um einen Halbton (Affiliate-Link)¹ verschieben:
- C-Dur nach E-Dur (C→E):
Der Ton (Affiliate-Link)¹ E bleibt stehen, während sich G zu G♯ und C zu H verschieben.
Klang: Majestätisch, strahlend, wie ein plötzlicher Sonnenaufgang (typisch für John Williams in Star Wars). - C-Dur nach A♭-Dur (C→A♭):
Der Ton (Affiliate-Link)¹ C bleibt liegen, während sich E zu E♭ und G zu A♭ bewegen.
Klang: Geheimnisvoll, mächtig, typisch für Science-Fiction und epische Heldenreisen.
Übersicht: Medianten von C-Dur auf einen Blick
| Zielakkord | Abstand & Richtung | Typ / Bezeichnung | Gemeinsame Töne |
|---|---|---|---|
| A-Moll (Am) | Kleine Terz abwärts | Parallele (leitereigen) | C, E |
| E-Moll (Em) | Große Terz aufwärts | Gegenklang (leitereigen) | E, G |
| E-Dur (E) | Große Terz aufwärts | Chromatische Mediante (Dur → Dur) | E (G wird zu G♯) |
| A♭-Dur (A♭) | Große Terz abwärts | Chromatische Mediante (Film-Klassiker) | C (E wird zu E♭, G zu A♭) |
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