
Wer an den feurigen Rhythmus (Affiliate-Link)¹ eines spanischen Tanzes, den treibenden Beat eines modernen Popsongs oder die Akzente in einem Orchester-Fortissimo denkt, hat meist sofort das helle, silbrige Rasseln eines Tamburins im Ohr. Das Tamburin (Affiliate-Link)¹ (international oft Tambourine genannt) nimmt in der Perkussionsfamilie eine ganz besondere Sonderstellung ein. Es ist eine faszinierende Mischform aus einem Membranophon (Trommel (Affiliate-Link)¹ mit schwingendem Fell) und einem Idiophon (Selbstklinger in Form von Metallschellen). Trotz seiner kompakten Bauweise, die es dem Musiker erlaubt, das Instrument mühelos in einer Hand zu halten, besitzt es eine enorme klangliche Bandbreite, die von hauchzarten, kaum hörbaren Nuancen bis hin zu durchdringenden rhythmischen Ausbrüchen reicht.
Das bauliche und physikalische Geheimnis des Tamburins liegt in seiner flachen, ringförmigen Zarge, die traditionell aus hochwertigem Bugholz wie Buche oder Ahorn gefertigt wird. In diesen Holzrahmen sind in regelmäßigen Abständen ovale Öffnungen eingearbeitet, in denen kleine, paarweise angeordnete Metallschellen (auch Zimbeln oder Jingles genannt) frei auf dünnen Stahlstiften sitzen. Die Oberseite des Rahmens ist einseitig straff mit einem dünnen Naturfell – meist Kalbs- oder Ziegenfell – oder einer modernen Kunststoffmembran bespannt. Wenn der Spieler das Instrument bewegt, schlagen die Schellen gegeneinander und erzeugen einen metallisch-hellen Sound, während das Schlagen auf die Fellfläche einen warmen, dumpfen Trommelton liefert, der dem Rhythmus (Affiliate-Link)¹ das nötige Fundament gibt.
Die Geschichte des Tamburins ist eng mit Tanz, Feierlichkeiten und rituellen Bräuchen verknüpft. Schon vor über 3000 Jahren nutzten die Menschen im alten Ägypten, in Babylon und im antiken Griechenland ähnliche Rahmentrommeln, die oft von Frauen bei Festen und Prozessionen gespielt wurden. Über das maurische Spanien und Italien gelangte das Instrument im Mittelalter nach Mitteleuropa, wo es als „Baskische Trommel (Affiliate-Link)¹“ zum festen Begleiter fahrender Spielleute wurde. Im späten 18. Jahrhundert erkannten schließlich auch klassische Komponisten wie Wolfgang Amadeus Mozart das folkloristische Potenzial und holten das Tamburin (Affiliate-Link)¹ für exotische Klangfarben in die großen europäischen Konzertsäle.
In der modernen Musikwelt ist das Tamburin (Affiliate-Link)¹ ein absoluter Allrounder. Orchestermusiker nutzen hochentwickelte Spieltechniken wie den „Daumenwirbel“, bei dem der angefeuchtete Daumen mit Druck über das Fell streicht, um die Schellen in ein kontinuierliches, feines Schwirren zu versetzen. In der Pop-, Rock- und Motown-Musik der 1960er- und 70er-Jahre wurde das Tamburin zum heimlichen Star: Legendäre Bands wie The Beatles, Oasis oder Queen setzten den Schellenklang permanent ein, um den Refrains ihrer Songs zusätzliche Energie und Brillanz zu verleihen. Ob auf der Konzertbühne, im Tonstudio oder in der musikpädagogischen Früherziehung – dieses kleine Instrument beweist seit Jahrtausenden, dass man keine riesigen Trommelwände braucht, um Menschen in Bewegung zu versetzen.
Kostenlose online Übungen
Interaktiver Karussell mit 6 Musiktheorie-Übungen. Nutze die Pfeiltasten oder wische, um zwischen den Übungen zu navigieren.
Noten-Trainer
Übe das schnelle Erkennen von Noten im Notensystem. Ideal zur Vorbereitung auf Musikklausuren.





