Note, Tonleiter, Akkord… einfach erklärt
Note, Tonleiter, Akkord… einfach erklärt

Die Klarinette und Bassklarinette: Die wandlungsfähigen Stimmen des Holzbläsersatzes

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Eine Bassklarinette auf einem Ständer und eine davor liegende Klarinette auf einem Tisch.
Die Klarinette (liegend) und die Bassklarinette (stehend)
C-Dur – gespielt von einer Klarinette
C-Dur – gespielt von einer Klarinette -> Playbutton

In der Hierarchie der Holzblasinstrumente nimmt die Klarinette (Affiliate-Link) einen absoluten Spitzenplatz ein: Direkt nach der Querflöte (Affiliate-Link) ist sie das am zweithäufigsten gespielte Instrument ihrer Familie. Viele große Komponisten und Arrangeure verwenden sie leidenschaftlich gerne als Soloinstrument, da sie über ein unverwechselbar schönes, ungemein flexibles und fast beschwörendes Klangspektrum verfügt. Sie kann im tiefen Register samtig und dunkel flüstern, in der Mittellage sanft singen und in den höchsten Tönen (Affiliate-Link) strahlend und durchdringend glänzen. Diese enorme Wandlungsfähigkeit macht sie sowohl im klassischen Sinfonieorchester als auch in der Blasmusik und im Jazz zu einer absolut unersetzlichen Stimme. 

Die Physik hinter der Klarinette (Affiliate-Link) unterscheidet sich grundlegend von der Tonerzeugung einer Flöte. Das Instrument gehört zur Gruppe der Einfachrohrblattinstrumente. Der Ton (Affiliate-Link) entsteht am schnabelförmigen Mundstück, auf dem ein einzelnes, feines Rohrblatt aus speziellem Schilfholz mithilfe einer Blattschraube befestigt ist. Strömt die Atemluft des Musikers hinein, wird dieses dünne Holzplättchen in eine rasanter Schwingung versetzt. Das zylindrische, traditionell aus edlem Grenadillholz gefertigte Rohr des Instruments verstärkt diese Vibrationen und bringt die eingeschlossene Luftsäule im Inneren zum Tönen (Affiliate-Link). Genau wie bei den anderen Flöten wird die exakte Tonhöhe auch hier über ein hochkomplexes System aus feinen Klappen und offenen Grifflöchern reguliert. 

Mozarts Lieblingsinstrument und der Sprung in die Tiefe

Die Geburtsstunde der Klarinette (Affiliate-Link) schlug um das Jahr 1700 in Nürnberg, als der Instrumentenmacher Johann Christoph Denner das barocke Chalumeau mit einer zusätzlichen Überblasklappe ausstattete. Damit gelang der akustische Durchbruch, und das Instrument konnte plötzlich extrem hohe Register erreichen, die an den hellen Klang historischer Trompeten (Affiliate-Link) (italienisch clarino) erinnerten – woraus sich schließlich der Name „Klarinette“ ableitete. Wolfgang Amadeus Mozart war von dem neuen Holzbläser so verzaubert, dass er ihr mit seinem berühmten Klarinettenkonzert in A-Dur ein unvergängliches Denkmal setzte und sie fest im klassischen Orchester verankerte. Im 20. Jahrhundert wurde sie durch Pioniere wie Benny Goodman zum absoluten Star des Swing und Jazz. 

Wer den Klangraum der Familie nach unten hin erweitern möchte, trifft unweigerlich auf die Bassklarinette. Als die „große Schwester“ der herkömmlichen Sopranklarinette klingt sie eine volle Oktave tiefer und bildet das warme, sonore Bassfundament im Holzbläsersatz. Um diese tiefen Frequenzen physikalisch überhaupt erzeugen zu können, ist ihr Holzrohr deutlich länger und dicker gebaut. Ihr unverkennbares optisches Markenzeichen ist die geschwungene Bauform: Das Mundstück mündet in einen eleganten, s-förmigen Metallbogen, und am unteren Ende des Holzkorpus sitzt ein großer, weit nach oben geschwungener Metalltrichter (Schallbecher), der dem Instrument das Aussehen eines edlen Saxophons verleiht. 

Aufgrund dieser beachtlichen Ausmaße und des daraus resultierenden hohen Gewichts wird die Bassklarinette beim Musizieren fast ausschließlich im Sitzen gespielt. Damit der Spieler das Gewicht nicht permanent mit den Händen oder dem Nacken tragen muss, wird das Instrument mit einem ausziehbaren Metallstachel (dem sogenannten Endpin) direkt auf dem Boden abgestellt und perfekt auf die Körpergröße austariert. Trotz ihrer stattlichen Größe bewahrt sich die Bassklarinette die flinke, virtuelle Klappenbeweglichkeit der kleinen Klarinette (Affiliate-Link) und fasziniert in modernen Orchesterwerken sowie im Avantgarde-Jazz durch ihren rauchigen, extrem tiefgründigen Charakter. 

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